Als Maria G. am 8. März 1963 gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern die Wohnung im vierten Stock des Quartiers Dülferanger bezog, begann ein neues Kapitel – für ihre Familie und für ein ganzes Stadtviertel im Wandel. Sie gehörten zu den Erstbeziehern des Hauses im Münchner Hasenbergl. Damals wusste die junge Familie kaum, wo dieser neue Stadtteil überhaupt lag. Doch schon bald wurde aus einer unbekannten Adresse ein echtes Zuhause.
Die Wohnung mit „zwei und zwei halben Zimmern und Zubehör“, wie es damals offiziell hieß, bedeutete für die Familie vor allem eines: Sicherheit und Perspektive. Denn auch Anfang der 1960er-Jahre war Wohnraum in München knapp. Umso größer war die Dankbarkeit, als die Genehmigung zum Einzug kam.
Mit den Jahren lernte die Familie nicht nur ihre Wohnung, sondern auch die Umgebung lieben. Besonders das viele Grün und die Nähe zur Schlossanlage Schleißheim machten das Viertel lebenswert. „Damals konnte man noch durch den Wald nach Schleißheim laufen“, erinnert sich Maria G.. Die Autobahn gab es noch nicht – vieles war ruhiger, offener und näher an der Natur.
Aus der damaligen „Gemeinnützigen Bayerischen Wohnungsbaugesellschaft“ wurde später die Dawonia. Für Maria G. blieb dabei vor allem eines über all die Jahrzehnte konstant: das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Als sie und ihr Mann 50 Jahre in ihrer Wohnung lebten, überraschte die damalige Geschäftsführung sie mit einem Blumenstrauß. Zehn Jahre später, zum 60-jährigen Wohnjubiläum, folgte erneut eine Ehrung – ein Zeichen der Wertschätzung, das ihr bis heute viel bedeutet.
Doch ihre Geschichte erzählt nicht nur von langen Jahren an einem Ort, sondern auch davon, wie wichtig Unterstützung und Menschlichkeit im Alltag sind. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2018 lebte Maria G. allein in der großen Wohnung. Die Kinder waren längst ausgezogen, die Wege in den vierten Stock wurden beschwerlicher.
Im Herbst 2024 eröffnete sich schließlich eine neue Möglichkeit: der Umzug in eine kleinere Wohnung im ersten Stock des Nachbarhauses. Für Maria G. war das eine enorme Erleichterung. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt sie. Heute fühlt sie sich auch dort wieder vollkommen zuhause – ein Ort, der Sicherheit und Geborgenheit gibt, gerade in einer Lebensphase, in der Mobilität nicht mehr selbstverständlich ist.
Besonders schätzt sie die Menschen um sich herum: hilfsbereite Nachbarn, engagierte „Hausmeister“ und die freundlichen Mitarbeiter:innen der Dawonia. „Ich bin immer freundlich und hilfsbereit behandelt worden“, erzählt sie. Gerade diese kleinen Gesten machen für sie den Unterschied.
Maria G. Geschichte zeigt, was Wohnen wirklich bedeuten kann: nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern ein Zuhause über Generationen hinweg. Ein Ort, an dem Erinnerungen entstehen, an dem Gemeinschaft wächst – und an dem man auch nach mehr als sechs Jahrzehnten sagen kann: Hier bin ich zuhause.